Der Bau deines Werkzeugs kostet einen Tag. Danach kommt eine laufende Rechnung dazu, denn jede Anfrage an die KI kostet ein paar Cent oder Bruchteile davon. Das klingt harmlos und summiert sich, sobald ein Werkzeug täglich läuft. Ein paar Grundbegriffe reichen, damit dich die erste Monatsrechnung nicht überrascht.
Wie rechnet die KI ab?
Abgerechnet wird in Token, ein Token ist ungefähr ein Dreiviertel-Wort. Deine Anfrage kostet Eingabe-Token, die Antwort kostet Ausgabe-Token, und alles, was du mitschickst, zählt mit. Ein langes PDF im Kontext bezahlst du deshalb bei jedem Aufruf erneut.
Kleines oder großes Modell?
Zwischen dem kleinsten und dem stärksten Modell desselben Anbieters liegt beim Preis je Token etwa der Faktor 10, so steht es in der Preisliste von Anthropic. Dieselbe Dokumentation rechnet vor, dass 10.000 Support-Gespräche mit dem kleinen Modell Haiku etwa 37 US-Dollar kosten. Mit dem stärksten Modell wird daraus ungefähr das Zehnfache (Schätzung auf Basis derselben Preisliste). Für eine Mail-Zusammenfassung fährt dann der 40-Tonner zum Bäcker.
Welches Modell für welche Aufgabe?
Sortiere nach dem Preis eines Fehlers. Häufige, harmlose Aufgaben wie Zusammenfassen oder Sortieren gehören auf das kleinste Modell, das sie sauber erledigt. Seltene, teure Aufgaben wie ein Vertragstext gehören auf das beste Modell, die Token-Ersparnis lohnt das Risiko nie. Gemessen wird in Kosten je erledigter Aufgabe. Ein Modell, das dreimal ansetzt und Nacharbeit erzeugt, ist teurer als eines, das beim ersten Versuch trägt, auch wenn der Listenpreis das Gegenteil sagt. Eine Untersuchung von Chen und Kollegen vom März 2026 fand in 32 Prozent der verglichenen Modellpaare genau diese Umkehrung, das billiger gelistete Modell verursachte die höheren Gesamtkosten.
Rechne deine Aufgabe durch
Für die eigene Kalkulation gibt es den KI-Kostenrechner von Oliver. Du gibst deine Aufgabe ein und bekommst die Kosten in Euro, Nacharbeit eingerechnet. Zum KI-Kostenrechner.
Dein erster Schritt heute
Nimm die Aufgabe, die dein Werkzeug am häufigsten erledigen soll, und beantworte zwei Fragen. Wie oft läuft sie pro Woche, und was kostet ein falsches Ergebnis? Mit diesen zwei Antworten wählst du die Modellklasse, und im Rechner siehst du, was der Betrieb übers Jahr kostet.
Die ausführliche Fassung mit allen Quellen liest du bei Oliver: Mit dem 40-Tonner zum Bäcker.