Werkbank · Artikel · 31. August 2026

Was der EU AI Act von Ihnen will

Die Termine und Pflichten des KI-Gesetzes, übersetzt in einfache Sprache. Zwei Pflichten gelten längst, die nächsten Stufen sind terminiert.

Der EU AI Act ist das KI-Gesetz der EU und gilt schrittweise. Für ein kleines Unternehmen ist er weniger bedrohlich, als er klingt, sobald Sie wissen, welche Stufe wann greift und was davon Sie betrifft.

Was gilt schon?

Seit dem 2. Februar 2025 gelten zwei Dinge. Verbotene KI-Praktiken wie Social Scoring sind untersagt, und Artikel 4 verlangt von jedem Unternehmen, das KI einsetzt, Maßnahmen zur KI-Kompetenz der Mitarbeiter. Das gilt unabhängig von der Größe und auch dann, wenn ihr nur einen Office-Copiloten nutzt. Ein bestimmtes Niveau muss seit Juli 2026 niemand mehr sicherstellen. Seit August 2025 haben die Anbieter großer Modelle eigene Pflichten. Und seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten, Chatbots und KI-Inhalte müssen gekennzeichnet sein. Überwacht wird das in Deutschland von der Bundesnetzagentur.

Was kommt noch?

Für Systeme, die schon vor August 2026 im Einsatz waren, greift die Kennzeichnungspflicht zum 2. Dezember 2026. Die strengen Pflichten für Hochrisiko-Systeme folgen am 2. Dezember 2027, für KI in regulierten Produkten wie Medizingeräten am 2. August 2028. Diese Termine sind fest, die EU hat sie im Juli 2026 mit der Omnibus-Verordnung endgültig beschlossen. Ein weiteres Warten auf Brüssel gibt es nicht.

Betrifft Sie die Hochrisiko-Klasse?

Hochrisiko heißt, die KI entscheidet über Menschen, bei der Personalauswahl, der Kreditvergabe oder in kritischer Infrastruktur. Die meisten Werkzeuge aus dem Betriebsalltag, vom Chatbot bis zur Rechnungserkennung, fallen unter minimales Risiko und damit unter keine besonderen Pflichten. Wenn Sie unsicher sind, gilt die Regel aus der Bauordnung, im Zweifel höher einstufen und nachfragen.

Das KI-Inventar

Alles Weitere baut auf einer Liste auf, dem KI-Inventar. Es zählt jede Stelle, an der in Ihrem Betrieb KI steckt, auch die eingebaute. Das CRM bewertet Leads mit KI, die Buchhaltung erkennt Rechnungen mit KI, beides gehört auf die Liste. Wer die Liste zum ersten Mal macht, ist meist überrascht, wie viel schon läuft.

Ihr erster Schritt heute

Starten Sie das Inventar. Nehmen Sie sich 20 Minuten und schreiben Sie jede Software auf, die Ihr Betrieb nutzt. Markieren Sie, wo KI drinsteckt, im Zweifel steht es in der Funktionsliste des Anbieters. Diese Liste ist der Ausgangspunkt für die Risikoeinstufung Ihrer Werkzeuge. Eine Maßnahme nach Artikel 4 erledigen Sie beim Bautag gleich mit, den Teilnahmenachweis bekommen Sie dort dazu.

Die ausführliche Fassung für den Mittelstand mit allen Quellen lesen Sie bei Convios: KI-Regulierung 2026, Pflichten im Mittelstand.

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